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Roland Dyens (1955-2016)

ein persönlicher Nachruf von Alfred Eickholt

Am 29.10.2016 starb einer der kreativsten Gitarristen unserer Zeit.

Roland Dyens wurde nur 61 Jahre alt. Ich hatte das Glück, ihn anlässlich vieler Festivals und Kurse näher kennenzulernen, und mich mit ihm oft über die Musik und unser Instrument auszutauschen. Neben zahlreichen Gelegenheiten, ihn in Konzerten zu hören sind mir viele Augenblicke außerhalb der eher "offiziellen Anlässe" in Erinnerung, in denen er manchmal auch zur Gitarre griff, improvisierte oder eben Stücke aus seinem Repertoire bzw. seiner Feder spielte. Gerade hier kam es manchmal zu berührenden Momenten, wenn er bis spät in die Nacht z.B. Etüden von Fernando Sor spielte, die er sehr liebte und diese auf seine unverkennbar individuelle Art geradezu zelebrierte, oder Jazz Standards in den für ihn so typischen, kongenialen Arrangements. Wie sehr er in diesen Arrangements aber auch in seinen Kompositionen um die Einlösung des eigenen hohen Anspruchs rang, fand ich in diesen Abenden einmal mehr auf eine ganz besondere Art und Weise bestätigt.

Eine unserer letzten Begegnungen fand vor zwei Jahren in Hersbruck während des dortigen Festivals statt. Schon damals zeigten sich bei ihm erste Spuren seines künstlerisch sehr ambitionierten, anstrengenden Lebens, welches er ohne große Rücksicht auf seine körperliche Verfassung konsequent verwirklichte. Meine geäußerten Sorgen berührten ihn zwar, aber er musste wohl "seinen Weg weitergehen", wie er mir dann schrieb. Dieser ist nun viel zu früh zu Ende, aber er hinterläßt doch deutliche Spuren bei sehr vielen von uns und auf unserem Instrument.

Danke Roland.